Keller entrümpeln nach Wassereinbruch in Kiel

Ein nasser Keller ist kein seltenes Szenario in Kiel. Die Stadt liegt zwischen zwei Förden, der Grundwasserspiegel ist in vielen Stadtteilen hoch, und Starkregenereignisse häufen sich. Wer im Frühjahr oder nach einem Unwetter feuchte Wände, stehendes Wasser und aufgequollene Kartons im Kellerabteil vorfindet, steht unter Zeitdruck. Denn was nach einem Wassereinbruch zu lange liegen bleibt, wird teurer: materiell, gesundheitlich und juristisch.

Was in den ersten 48 Stunden zählt

Die erste Priorität nach einem Wassereinbruch ist Dokumentation. Vor dem Anfassen irgendeines Gegenstands sollten Fotos und Videos entstehen, möglichst mit Zeitstempel. Das gilt für den gesamten Keller: Pegelstände an Wänden, beschädigte Gegenstände, den Zustand des Bodenablaufs, sichtbare Risse. Vermieter und Versicherung benötigen diese Belege.

Danach folgt die Schadensmeldung. Mieter sind verpflichtet, den Vermieter unverzüglich zu informieren, in der Regel per E-Mail mit Lesebestätigung oder schriftlich. Wer wartet, riskiert, dass ihm später Mitverschulden vorgeworfen wird. Gleichzeitig sollte die eigene Hausratversicherung kontaktiert werden, sofern Gegenstände im Keller mitversichert sind, was nicht selbstverständlich ist. Viele Policen schließen Kellerinhalte aus oder begrenzen die Erstattung auf wenige hundert Euro.

Was bleibt, was muss weg

Nach einem Wassereinbruch tritt Schimmel oft schneller auf, als viele erwarten. Bei Raumtemperaturen um 20 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit können erste Kolonien innerhalb von 24 bis 72 Stunden entstehen. Das bedeutet: Poröse Materialien wie Kartonagen, Spanplatten, Bücher, Textilien und Schaumstoffmatratzen müssen in der Regel entsorgt werden, auch wenn sie äußerlich noch intakt wirken. Eine Kellerwand, die feucht geblieben ist, reicht als Brutstätte aus.

Metallgegenstände, Kunststoffbehälter und Glasware lassen sich dagegen meist reinigen und desinfizieren. Holzmöbel hängen von der Einwirkdauer ab. Wer zwei Zentimeter Wasser im Keller hatte und nach vier Stunden pumpen konnte, hat bessere Chancen als jemand, dessen Keller zwei Tage voll stand. Im Zweifelsfall gilt: Weg damit. Der Zeitaufwand für gründliches Trocknen und spätere Schimmelprobleme übersteigt den Wert der meisten Kellergegenstände.

Wer ist verantwortlich für die Entrümpelung

Diese Frage führt in Kiel regelmäßig zu Streit zwischen Mietern und Vermietern. Die rechtliche Lage ist nicht immer eindeutig, lässt sich aber in Grundzügen skizzieren:

  • Gegenstände des Mieters liegen in dessen Verantwortung. Der Vermieter kann nicht verpflichtet werden, Möbel oder Kartons des Mieters zu entfernen oder zu ersetzen.
  • Gebäudeschäden, also feuchte Wände, defekte Bodenabläufe oder undichte Kellerfenster, sind Sache des Vermieters. Er muss innerhalb angemessener Frist für Trockenlegung und Sanierung sorgen.
  • Wenn der Schaden durch Vermieter-Verschulden entstand, etwa durch unterlassene Wartung einer Drainage, können Mieter Schadensersatz geltend machen. Dafür brauchen sie die Dokumentation aus den ersten Stunden nach dem Einbruch.

In der Praxis empfiehlt sich ein schriftlicher Austausch mit dem Vermieter, bevor mit der Räumung begonnen wird. Wer eigenmächtig entsorgt, bevor der Schaden gemeinsam festgestellt wurde, verliert möglicherweise Ansprüche.

Professionelle Entrümpelung: Wann sie sich rechnet

Ein durchschnittliches Kellerabteil in einem Kieler Mehrfamilienhaus hat zwischen 6 und 15 Quadratmeter Fläche. Wer darin über Jahre Hausrat angesammelt hat, unterschätzt den Aufwand einer Räumung nach einem Wasserschaden. Nasse Gegenstände wiegen mehr. Schimmelverdächtige Materialien erfordern Schutzausrüstung. Und der nächste Sperrmülltermin der KiEl-Entsorgungsbetriebe (KEO) liegt womöglich drei Wochen entfernt.

Wer zeitnah handeln will, kommt um professionelle Hilfe häufig nicht herum. Für die Entrümpelung in Kiel gibt es regional tätige Dienstleister, die auch kurzfristig Termine anbieten und auf wassergeschädigte Objekte spezialisiert sind. Die Kosten hängen vom Volumen ab: Ein vollständig geräumter Keller von 10 Quadratmetern kostet je nach Anbieter und Aufwand zwischen 200 und 600 Euro, Entsorgungsgebühren inbegriffen. Im Vergleich zu einem Folgeschaden durch Schimmel, der schnell Beträge im vierstelligen Bereich erreicht, ist das eine überschaubare Investition.

Schimmel im Keller: Was Mieter tun können und was nicht

Wer nach einem Wassereinbruch Schimmel im Gemeinschaftskeller eines Mehrfamilienhauses entdeckt, muss diesen unverzüglich dem Vermieter melden. Eigenhändiges Überstreichen ist keine Lösung und kann im Streitfall als Vertuschung ausgelegt werden. Der Vermieter ist verpflichtet, einen Fachbetrieb für Schimmelbeseitigung zu beauftragen.

Im eigenen Kellerabteil sieht es anders aus. Kleinere Schimmelbefälle auf Oberflächen, die durch eingebrachte nasse Gegenstände entstanden sind, können Mieter unter Einhaltung von Schutzmaßnahmen selbst bekämpfen. Für Flächen über einem halben Quadratmeter empfiehlt das Umweltbundesamt jedoch generell einen Fachbetrieb. In Kiel bieten mehrere Sanierungsunternehmen kostenlose Ersteinschätzungen an.

Praktische Checkliste für Kieler Mieter

Schritt Zeitpunkt Zuständig
Fotos und Videos mit Zeitstempel Sofort Mieter
Vermieter schriftlich informieren Innerhalb von 24 Stunden Mieter
Hausratversicherung kontaktieren Innerhalb von 48 Stunden Mieter
Schadensbegehung mit Vermieter Vor Räumungsbeginn Beide
Nasse und schimmelgefährdete Materialien entfernen So früh wie möglich Mieter
Professionelle Entrümpelung beauftragen Bei größerem Volumen sofort Mieter
Trockenlegung und Sanierung der Wände Nach Räumung Vermieter

Ein Wassereinbruch im Keller ist unangenehm, aber beherrschbar, wenn die Abfolge stimmt. Wer strukturiert vorgeht, Beweise sichert und rechtzeitig Hilfe holt, schützt nicht nur seine Gesundheit, sondern auch seine rechtliche Position gegenüber Vermieter und Versicherung. In Kiel gilt das besonders, denn die nächste Unwetterlage kommt bestimmt.

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