Familienurlaub Costa Calma: Ideal für Urlaub mit Kindern

Fuerteventura hat viele Gesichter. Im Norden tobt der Wind, Surfer und Kitesurfer lieben die Bedingungen dort. Im Süden der Insel, rund 70 Kilometer von der Hauptstadt Puerto del Rosario entfernt, liegt ein Ort, der ein anderes Versprechen macht: Ruhe, breite Strände und Wasser, das selbst Dreijährigen kaum bis zum Bauch reicht. Costa Calma ist kein Partyort, kein Hotspot für Backpacker und auch kein Massenziel im klassischen Sinne. Genau das macht ihn für Familien so interessant.

Was Costa Calma von anderen Reisezielen unterscheidet

Der Ort selbst ist überschaubar. Costa Calma besteht im Wesentlichen aus einer Hotelzone, einigen Apartmentkomplexen, einem kleinen Einkaufszentrum und dem Strand. Wer pulsierende Altstadt-Atmosphäre oder ein breites Restaurantnetz sucht, wird enttäuscht sein. Wer aber mit einem Kleinkind reist, das um 19 Uhr schläft, und morgens um acht schon am Strand sitzen will, bevor die Welt aufwacht, findet hier genau das richtige Umfeld.

Der Strand selbst erstreckt sich auf mehrere Kilometer Länge. Der Sand ist fein und hell, der Übergang ins Wasser flach und gleichmäßig. An vielen anderen Stränden auf den Kanaren bricht das Wasser steil ab oder starke Strömungen machen das Baden für kleine Kinder gefährlich. In Costa Calma ist das anders. Die Bucht ist durch die geografische Lage im Halbschatten der Jandia-Halbinsel besser vor dem Nordpassat geschützt als viele andere Orte auf Fuerteventura. Das bedeutet: weniger Wind, kleinere Wellen, ruhigeres Wasser.

Anreise und erste Orientierung

Der Flughafen Fuerteventura liegt bei Puerto del Rosario. Von dort sind es mit dem Mietwagen gut 70 Kilometer nach Costa Calma, was je nach Verkehr etwa 50 bis 60 Minuten Fahrzeit bedeutet. Familien mit Kleinkindern sollten den Kindersitz vorab beim Mietwagenunternehmen reservieren, nicht erst am Schalter anfragen. Die Verfügbarkeit ist in der Hochsaison begrenzt.

Der öffentliche Bus, auf Fuerteventura „guagua“ genannt, verbindet Costa Calma mit Morro Jable im Süden und mit dem Norden der Insel. Die Linie 10 fährt mehrmals täglich. Für Ausflüge mit Buggy oder viel Gepäck ist das Mietauto dennoch die praktischere Wahl.

Der Strand als Mittelpunkt des Familienalltags

Wer in Costa Calma Urlaub macht, verbringt den Großteil der Zeit am Strand. Das klingt banal, hat aber praktische Konsequenzen. Der Strand in Costa Calma ist breit genug, dass selbst in der Hochsaison ausreichend Platz vorhanden ist. Liegestühle und Sonnenschirme lassen sich mieten, die Preise liegen bei etwa 10 bis 15 Euro pro Tag für ein Set. Wer früh kommt, findet auch gute schattige Plätze unter den wenigen vorhandenen Palmen.

Für Kinder zwischen drei und acht Jahren ist das flache Wasser ideal. Sie können eigenständig plantschen, ohne dass Eltern sie ununterbrochen festhalten müssen. Das klingt nach einer Kleinigkeit, macht aber den Unterschied zwischen Urlaub und Daueraufsicht. Ältere Kinder ab etwa zehn Jahren finden am Strand von Costa Calma Angebote für Windsurfen und Stand-up-Paddling. Es gibt direkt am Strand eine Station, die Kurse anbietet, Stundensätze liegen erfahrungsgemäß zwischen 30 und 50 Euro.

Unterkunft: Apartments oder Hotel?

Die Frage ist nicht trivial. Mit Kindern unter vier Jahren sprechen klare Argumente für eine Apartment-Unterkunft mit eigener Küche. Frühstück um 6:30 Uhr, weil das Kind wach ist, funktioniert im Hotelrestaurant schlecht. Eine eigene Küchenzeile löst dieses Problem. Dazu kommt: Fertigkost und Kindernahrung lassen sich im Supermarkt vor Ort günstig kaufen.

Das Einkaufszentrum „El Palmeral“ in Costa Calma beherbergt einen Supermercado mit ausreichendem Sortiment. Frische Milch, Babynahrung, Windeln und Sonnencremes sind dort verfügbar, wenn auch teilweise zu Touristenpreisen. Wer auf bekannte deutsche Marken angewiesen ist, sollte die wichtigsten Dinge im Koffer mitbringen.

Detaillierte Informationen zur Entstehungsgeschichte, Lage und Struktur des Ortes bietet das Costa Calma-Eintrag im Fuerteventura-Lexikon, der auch geografische Besonderheiten der Jandia-Region erklärt und für die Reisevorbereitung nützlich ist.

Ausflüge mit Kindern in der Umgebung

Costa Calma liegt am nördlichen Rand der Jandia-Halbinsel. Weiter südlich beginnt der Naturpark Jandia, eine der wenigen nahezu unberührten Landschaften der Kanaren. Mit dem Mietwagen lässt sich die Halbinsel gut erkunden, die Straßen sind asphaltiert und problemlos befahrbar.

Einige konkrete Ausflugsziele in der Nähe:

  • Playa de Sotavento: Einer der bekanntesten Strände der Insel, rund 5 Kilometer nördlich von Costa Calma. Bei Ebbe entsteht hier eine ausgedehnte Lagune, die für kleine Kinder perfekt geeignet ist.
  • Morro Jable: Der größte Ort im Süden der Insel, etwa 15 Kilometer entfernt. Dort gibt es eine Promenade, mehrere Restaurants und einen Hafen mit Fähren nach Gran Canaria.
  • Oasis Park Fuerteventura: Ein Zoo- und Botanikparkkonzept in La Lajita, rund 20 Kilometer nördlich. Für Kinder zwischen vier und zwölf Jahren erfahrungsgemäß ein Highlight des Urlaubs. Eintritt liegt bei etwa 30 Euro für Erwachsene, Kinder unter vier Jahren zahlen keinen Eintritt.

Wann ist die beste Reisezeit für Familien?

Fuerteventura gilt als ganzjährig bereisbar. Für Familien mit schulpflichtigen Kindern ist der Spielraum begrenzt, die Schulferien geben den Takt vor. Wer flexibel ist, findet in den Monaten März, April, Oktober und November das beste Verhältnis aus Temperatur, Auslastung und Preisen.

Monat Ø Wassertemperatur Ø Lufttemperatur Hochsaison
März / April 19 °C 22 °C Nein
Juli / August 23 °C 28 °C Ja
Oktober / November 22 °C 24 °C Nein
Dezember / Januar 19 °C 19 °C Teilweise

In den Sommerferien steigen die Hotelpreise spürbar. Wer im August bucht, zahlt für eine Familien-Apartment-Woche schnell 1.500 Euro und mehr, je nach Unterkunftsstandard. Im April oder Oktober lässt sich für 800 bis 1.000 Euro ein vergleichbares Angebot finden.

Fazit: Was Costa Calma leisten kann und was nicht

Costa Calma funktioniert als Familienreiseziel vor allem deshalb, weil es keine falschen Versprechen macht. Es ist kein Ort für Abenteuerurlaub, kein kulturelles Erlebnis und kein gastronomisches Highlight. Es ist ein Strandort mit ruhigem Wasser, überschaubarer Infrastruktur und einer Atmosphäre, die Erholung zulässt, ohne dass man dafür kämpfen muss.

Für Eltern mit Kindern unter zehn Jahren, die nach einer Woche suchen, in der alle ausreichend schlafen, ausreichend Sonne und Wasser bekommen und abends nicht gestresst sind, ist das genau das richtige Angebot. Fuerteventura bietet spektakulärere Orte. Costa Calma bietet Verlässlichkeit. Das ist im Familienurlaub oft das Wertvollere.

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