Armatur am Ausgussbecken montieren – so geht’s

Das Ausgussbecken im Hauswirtschaftsraum oder Keller führt ein Schattendasein, bis die Armatur tropft, klemmt oder schlicht so verkalkt ist, dass sie sich kaum noch bedienen lässt. Dann steht die Frage im Raum: Klempner rufen oder selbst Hand anlegen? Wer handwerklich grundlegend fit ist und sich die Zeit nimmt, ein wenig zu recherchieren, kann den Austausch in gut einer Stunde selbst erledigen. Voraussetzung ist, die Arbeitsschritte in der richtigen Reihenfolge anzugehen und dabei keine Abkürzungen zu nehmen.

Was vorher geklärt sein muss

Vor dem Kauf einer neuen Armatur lohnt ein genauer Blick auf das vorhandene Becken. Ausgussbecken haben meist einen einzelnen Hahnlochbohrung mit einem Durchmesser von 35 oder 38 Millimetern. Manche Modelle bieten auch eine Dreifach-Bohrung für separate Hebel. Die eigene Öffnung mit einem Messschieber zu vermessen spart später Ärger an der Kasse.

Außerdem relevant: der Anschlussdurchmesser der Zulaufleitungen. In deutschen Haushalten ist DN 15 (Zoll: 1/2″) der Standard. Wer eine Einhebelmischbatterie plant, braucht sowohl einen Kalt- als auch einen Warmwasseranschluss. Ist am Ausgussbecken nur eine Kaltwasserleitung vorhanden, scheidet eine Mischbatterie aus, es sei denn, man lässt nachträglich eine zweite Leitung legen.

Das richtige Werkzeug zusammenstellen

Wer ohne Vorbereitung unter das Becken kriecht, verliert unnötig Zeit. Die folgende Ausrüstung sollte bereit liegen:

  • Absperrschieber oder Eckventile für Kalt- und Warmwasser
  • Gabelschlüssel Größe 27 und 32 (für Überwurfmuttern)
  • Basis-Montageschlüssel oder Armaturenschlüssel (Lochnuss)
  • Teflonband (PTFE-Band, mindestens 12 Millimeter breit)
  • Eimer und alte Handtücher für Restwasser
  • Taschenlampe oder Stirnlampe
  • Gewindeschneidöl oder WD-40 für festsitzende Muttern

Ein Armaturenschlüssel mit flexiblem Kopf ist beim engen Platzverhältnis unter einem Ausgussbecken kein Luxus, sondern oft die einzige Möglichkeit, die Befestigungsmutter überhaupt zu erreichen. Standard-Ringgabelschlüssel stoßen dort regelmäßig an ihre Grenzen.

Alte Armatur ausbauen

Zuerst die Wasserzufuhr absperren. Dazu entweder die Eckventile direkt unter dem Becken schließen oder, falls keine vorhanden sind, den Haupthahn der Wohnung. Danach die Armatur öffnen und warten, bis kein Wasser mehr fließt. Das restliche Druckwasser in den Leitungen läuft dabei in den Eimer ab.

Anschließend die Schläuche oder Rohre von den Anschlussnippeln der alten Armatur lösen. Sitzen die Überwurfmuttern fest, kurz mit WD-40 einsprühen und fünf Minuten warten. Gewalt hilft hier selten, beschädigte Gewindegänge sind schwer zu reparieren.

Jetzt die Konterhaltemutter unter dem Becken lösen. Sie sitzt meist aus Kunststoff oder Messing direkt unter der Beckenplatte und hält die Armatur in der Bohrung. Je nach Modell reicht ein Handgriff, manchmal muss man sich mit dem Armaturenschlüssel und einiger Geduld durchkämpfen. Ist die Mutter gelöst, lässt sich die alte Armatur nach oben herausziehen.

Neue Armatur einsetzen und abdichten

Bevor die neue Armatur in die Bohrung geht, die Auflagefläche am Becken reinigen. Kalkreste und alte Dichtungsreste müssen vollständig entfernt werden, sonst sitzt die neue Armatur nicht plan auf und kann undicht werden. Viele Armaturen werden mit einer Gummidichtung oder einem Dichtungsring geliefert, der zwischen Armatur und Beckenoberfläche liegt. Dieser Dichtring kommt genau dort hin, keine zusätzliche Dichtmasse auftragen, wenn der Hersteller keinen Hinweis darauf gibt.

Die Armatur von oben in die Bohrung einsetzen, dann von unten die Gegenplatte (sofern mitgeliefert) und die Befestigungsmutter aufschrauben. Dabei darauf achten, dass der Auslauf in die richtige Richtung zeigt, bevor die Mutter fest angezogen wird. Einmal zu fest und zu weit gedreht heißt: alles wieder lösen und neu ausrichten.

Wer sich unsicher ist, welche Schritte in welcher Reihenfolge beim Armatur am Ausgussbecken montieren konkret anfallen, findet in spezialisierten Anleitungen detaillierte Bildschritt-für-Schritt-Erklärungen, die auch Sonderfälle wie Wandarmaturen oder Standarmaturen abdecken.

Die Anschlussschläuche für Kalt- und Warmwasser werden jetzt mit Teflonband abgedichtet. Dazu das Band straff im Uhrzeigersinn um das Außengewinde der Anschlussnippel wickeln, drei bis vier Lagen reichen normalerweise aus. Dann die Schläuche handfest aufschrauben und mit dem Gabelschlüssel um eine Viertelumdrehung nachziehen. Mehr ist selten nötig und kann das Gewinde beschädigen.

Typische Fehler und wie man sie vermeidet

Mehrere Probleme tauchen beim Armaturenwechsel immer wieder auf:

  • Falsche Drehmomentstärke: Überwurfmuttern aus Messing halten Drehmomente von etwa 20 bis 25 Newtonmeter aus. Kunststoffmuttern brechen bei deutlich weniger. Im Zweifel lieber handfest plus eine Viertelumdrehung als zu fest.
  • Falsches Teflonband: Zu schmales Band (unter 10 Millimeter) oder zu wenige Lagen führen nach kurzer Zeit zu Tropfern am Anschluss.
  • Dichtring vergessen: Der mitgelieferte Dichtring wird gelegentlich versehentlich weggeworfen. Ohne ihn tropft die Armatur garantiert an der Beckenplatte.
  • Armatur nicht fixiert beim Anziehen: Wenn die Mutter von unten angezogen wird, dreht sich die Armatur mit, falls oben niemand festhält. Entweder zu zweit arbeiten oder die Armatur mit einem Gummikeil sichern.

Abschlusstest und Nachkontrolle

Sind alle Verbindungen gesetzt, das Wasser langsam aufdrehen. Nicht sofort voll aufmachen, sondern schrittweise. So lassen sich erste Undichtigkeiten erkennen, bevor Wasser unkontrolliert austritt. Alle Verbindungsstellen mit einem trockenen Tuch abtupfen und auf Feuchte prüfen. Kleine Perlenbildung an einer Überwurfmutter reicht als Warnsignal.

Nach 24 Stunden lohnt eine zweite Kontrolle. Gerade Teflonband-Abdichtungen „setzen“ sich ein wenig und können dann nachgezogen werden. Zeigt die Armatur nach zwei Tagen keine Auffälligkeiten, ist die Montage gelungen.

Wer die Arbeit strukturiert angeht, das richtige Werkzeug zur Hand hat und die kritischen Punkte wie Dichtmaterial und Drehmomentkontrolle nicht überspringt, schafft den Armaturenwechsel am Ausgussbecken ohne Klempnerrechnung. Und das bei einem Materialaufwand, der je nach Armaturenmodell zwischen 30 und 150 Euro liegt, deutlich unter dem, was ein Handwerkereinsatz kosten würde.

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